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Hilfe für Arbeitslose - Sozialausschuss macht mehr Geld locker

 

MelkstationDie Schafmelkstation auf dem Waldeckhof liefert ehemaligen Arbeitslosen eine Beschäftigung und Kunden Schafskäse.
Foto: Horst Rudel
 
Die Hilfe für die Göppinger Arbeits- und Beschäftigungsgesellschaft SAB fällt höher aus, als es dem Landrat lieb ist. Die renommierte gemeinnützige Gesellschaft ist in Schwierigkeiten geraten, weil Bundeszuschüsse weggebrochen sind.

Göppingen - Dass der Kreis Göppingen der Staufen Arbeits- und Beschäftigungsgesellschaft (SAB) finanziell künftig noch mehr als bisher unter die Arme greifen würde, hat sich bereits bei den Etatberatungen im vergangenen Jahr abgezeichnet. Mehrere Kreistagsfraktionen hatten den Antrag gestellt, der SAB beizuspringen. Am Dienstag hat der Sozialausschuss des Kreistags nun beschlossen, wie die Unterstützung aussehen soll – und deutlich mehr Geld in die Hand zu nehmen, als die Verwaltung vorgeschlagen hatte.

Der Entwurf der Verwaltung sah vor, künftig zwei Drittel des jeweiligen jährlichen Abmangels der gemeinnützigen Gesellschaft bis maximal 50 000 Euro zu übernehmen. Doch die Kreisräte zeigten sich großzügiger. Sie folgten einstimmig einem Vorschlag der FDP-Fraktion und beschlossen, jedes Jahr 70 000 Euro an die SAB zu überweisen – unabhängig von der Höhe des Defizits. Damit verdoppelt sich die Förderung durch den Landkreis auf insgesamt bis zu 140 000 Euro jährlich.

Der Waldeckhof und das Suppentöpfle gehören zu den Vorzeigeprojekten

Die gemeinnützige Gesellschaft betreibt unter anderem den bekannten Waldeckhof in Jebenhausen und das Suppentöpfle in der Göppinger Innenstadt. Seit inzwischen 20 Jahren bringt sie Langzeitarbeitslose, die aus unterschiedlichsten Gründen praktisch keine Chancen mehr auf dem regulären Arbeitsmarkt haben, wieder in Lohn und Brot. Doch in den vergangenen Jahren ist sie unter anderem wegen der Reduzierung der Bundesmittel für solche Projekte selbst in Schwierigkeiten geraten.

„Ich warte eigentlich darauf, dass die Woche noch einen achten Tag bekommt, damit ich mehr arbeiten kann“, sagt die Leiterin der SAB, Karin Woyta. In den vergangenen zwei Jahren habe sie die Gesellschaft nur dank vieler Spenden über Wasser halten können. So kamen im vergangenen Jahr beispielsweise 207 000 Euro an Spenden zusammen. Dadurch konnte die Gesellschaft ein Plus von 50 000 Euro erwirtschaften. Ohne die Zuwendungen von Bürgern sähe es freilich düster aus: Dann läge das Defizit bei mehr als 150 000 Euro.

Kreisräte wollen eine verlässliche Unterstützung bieten

Genau aus diesem Grund war es den Kreisräten zu wenig, nur im Fall eines Defizits auszuhelfen. „Wir halten eine Unterstützung von maximal 50 000 Euro im Fall eines Defizits für absolut zu wenig“, sagte Susanne Weiß von der FDP-Fraktion und beantragte, von diesem Jahr an mit jeweils 70 000 Euro eine der Sozialarbeiterstellen bei der SAB zu finanzieren. Das, so Weiß, sorge auch für mehr Planungssicherheit.
Die anderen Fraktionen sahen das genauso. Marc Kersting (CDU) sprach von einem guten Vorschlag. Denn man könne nicht sicher sein, dass es auch künftig weiter Spenden gebe. Das gleiche Argument brachte Karl-Heinz Drescher-Pfeiffer für die SPD vor. Es sei wichtig, dass die SAB einen festen Betrag habe, mit dem sie jedes Jahr rechnen könne.

Lediglich der Landrat Edgar Wolff zeigte sich von dem Vorschlag wenig begeistert. Zum einen wies er darauf hin, dass es eigentlich die Aufgabe des Bundes sei, Projekte zur Arbeitsförderung zu finanzieren. Außerdem engagiere sich der Kreis bereits finanziell für die SAB. Die Kreisräte sahen darin allerdings keinen Hinderungsgrund.

Einig waren sie sich mit der Kreisverwaltung jedoch darin, dass es nicht sinnvoll sei, sich, wie von einigen Fraktionen in den Etatberatungen angeregt, als neuer Gesellschafter für die SAB zu engagieren. Zwar ist der Paritätische Wohlfahrtsverband im vergangenen Jahr als Gesellschafter ausgestiegen, aber die katholische und die evangelische Kirche im Kreis haben dessen Anteile übernommen.

Die Schafmelkstation auf dem Waldeckhof liefert ehemaligen Arbeitslosen eine Beschäftigung und Kunden Schafskäse.

Quelle: Stuttgarter Zeitung | Karen Schnebeck | 28.06.2017